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  • Charlotte & Frederik von "Charlie 'n Rik"

Welcome to Uzbekistan


Overland-Reiseblog-Usbekistan-Khiva
Overland-Reiseblog-Usbekistan-Khiva

Wir haben es geschafft: Welcome to Uzbekistan. Die vermeintlich zwei schwierigsten Grenzübergänge liegen hinter uns. Naja, vielleicht nicht ganz, denn wir müssen aus Usbekistan ja auch wieder heraus. Jetzt freuen wir uns erst einmal, dass wir hier sind! Beim Verlassen von Turkmenistan haben wir noch den Kardinalfehler begangen: die GoPro hing an der Scheibe und die Grenzbeamten dachten, wir hätten die Einfahrt in das Gelände gefilmt. Nur mit Mühe und Not konnten wir sie davon überzeugen, dass wir die Grenzeinfahrt nicht gefilmt haben und die Speicherkarte nicht gelöscht werden muss. Die Einreise nach Usbekistan lief völlig problemlos. Wir hatten zwei sehr nette Beamte, die mehr an unserer Reise, als am Inhalt unseres Autos interessiert waren. Selbst die Medikamente - meist ein Problemthema - wurden mit einer wischenden Handbewegung als uninteressant abgetan.


Als erstes geht es in die nahe gelegene Stadt Nukus. Wir brauchen Bargeld. Die Kapital Bank ist die einzige Bank in Nukus, bei welcher wir Dollar mit unserer Visa Karten abheben können. Die Suche gestaltet sich allerdings schwieriger als erwartet. Nach einiger Kurverei durch die Stadt finden wir sie schließlich und haben endlich wieder Dollar. Der offizielle Wechselkurs weicht in Usbekistan stark vom Schwarzmarkt-Kurs ab, daher wechseln wir nicht in der Bank. Beim Verlassen der Bank kommen wir mit einem Tourguide ins Gespräch. Wir unterhalten uns ein wenig über die Touren zum Aral See, die er organisiert. Als wir uns verabschieden, kommen uns die restlichen Turkmenischen Manat in den Sinn. Auf die Frage, ob wo wir Mandat wechseln können, heißt es zuerst, dass Manat hier wenig beliebt seien. Selbst für Usbeken sei ein turkmenisches Visum schließlich nur schwer zu bekommen. Nach einem kurzen Telefonat erhalten wir einen sehr guten Kurs für unsere Dollar und sogar für unsere Mandat. Glück gehabt! Mit lokaler Währung in der Tasche fahren wir zum Museum of Art. Auf dem Parkplatz hält ein weiterer Landy mit russischem Kennzeichen, den wir bereits unterwegs gesehen hatten. Roman und Marek sind unterwegs durch Zentralasien und haben sich letztes Jahr in der Mongolei kennen gelernt. Roman spricht fließend Deutsch, da er in Konstanz studiert hat. Natürlich unterhalten wir uns ein wenig und Roman kommt mit uns ins Museum. Nach dem Besuch im Museum machen wir uns auf nach Khiva. Am Guest House Alibek soll man gleich neben der Altstadt stehen können. Hier steht schon ein Unimog mit italienischem Kennzeichen. So ist die Sache klar: Hier bleiben wir! Pierino und Oriella sprechen zwar eigentlich nur italienisch, aber irgendwie verstehen wir sie. Die Beiden haben in den letzten 10 Jahren mehr oder weniger alles in Europa, Zentralasien und Nordafrika abgefahren. Am nächsten Tag geht es für uns in die Altstadt. Die Stadtmauer ist noch größtenteils intakt und die Gebäude gut restauriert. Da hier immer noch einige hundert Menschen leben, ist es weniger touristisch als erwartet. Es erinnert uns ein wenig an Yazd und wir genießen den Spaziergang durch die kleinen Gassen. Dabei entdecken wir das Restaurant Terrassa, das seinem Namen mit zwei tollen Dachterrassen alle Ehre macht. Als wir das gute Essen genießen, kommt der Eigentümer zu uns an den Tisch. Er spricht fast akzentfrei Deutsch, da er seit 17 Jahren Deutsche Reisegruppen in Usbekistan leitet. Das Restaurant hat er erst im März 2017 eröffnet. Wir können einen Besuch dort nur empfehlen! Pierino und Oriella fahren weiter, dafür kommen Ines, Dundee und Peter mit einem weiteren Landy und einem Land Cruiser zum Guesthouse. Kurz gefolgt von Roman und Marek. Ines und Dundee fahren einen sehr schön umgebauten 130er und so gibt es natürlich viel zu erzählen.



Nach zwei Nächten in Khiva geht es weiter nach Bukhara. Die Hälfte der Strecke führt über hervorragenden Asphalt durch die Steppe, dann werden die Schlaglöcher wieder zahlreicher und die Geschwindigkeit sinkt stellenweise auf 30 km/h. An Rumi's Hostel sehen wir schon Pierinos Unimog stehen. Das familiengeführte Hostel bietet uns die Mitbenutzung der Sanitäranlagen, Frühstück und Registrierung für einen kleinen Obolus an. Wir schlafen im Auto direkt vor der Türe. Der Junior-Chef spricht fließend Englisch und wie wir später erfahren auch fließend Französisch. Immer wieder sind wir erstaunt, wie Menschen so hervorragend Fremdsprachen erlernen, ohne jemals im Ausland gewesen zu sein. Rumi's Hostel erweist sich für uns als Glücksgriff. Kurz nach uns kommen auch Agnes und Johan an. Die beiden Schweizer haben wir in Yazd kennen gelernt. Außerdem kommt noch ein französisches Pärchen auf Motorrädern, das auf dem Weg nach Japan ist. Inzwischen haben wir alleine in Usbekistan fast mehr Fernreisenden getroffen, als in allen vorherigen Ländern zusammen.

Wir faulenzen den restlichen Tag im Hostel und gehen Abends mit Agnes und Johan essen. Die Beiden werden wir vermutlich noch einige Male wieder treffen, da sie ebenfalls bis in die Mongolei fahren. Am nächsten Morgen versuchen wir uns eine SIM Karte zu organisieren. Beeline Usbekistan möchte sie uns immerhin verkaufen, besteht jedoch neben dem Pass auf den Registrierungsbeleg des Hotels. Also geht es zurück zum Hotel, um mit Registrierungsbeleg wieder zum Beeline Office zu laufen. Immerhin erhalten wir daraufhin zügig unsere SIM Karte und haben Datenempfang. In Usbekistan läuft einfach nichts ohne die obligatorische Registrierung in Hotels oder Hostels. Die Mittagshitze ist fast unerträglich und zwingt uns zum Faulenzen im Innenhof - was für ein tragisches Schicksal. Am späten Nachmittag wird es langsam erträglicher draußen und wir drehen eine Runde durch die kleinen Gassen der Altstadt. Auch hier gefällt es uns gut. Es ist zwar wesentlich touristischer als in Khiva, aber wenn man ein wenig abseits der Hauptrouten läuft, gibt es auch hier viele schöne Flecken. Das heißt natürlich nicht, dass die typischen touristischen Gebäude nicht sehenswert wären. Wie bereits vorher geschrieben, haben wir inzwischen so viele Gebäude besichtigt, dass wir mehr an der Stimmung und den Nebenstraßen interessiert sind. Abends füllt sich der Hauptplatz "Labi Hovuz" und es lohnt sich einfach ein wenig umher zu schlendern. Wir lassen den zweiten Abend noch ein wenig im Innenhof von Rumi´s Hostel ausklingen und brechen am folgend Morgen wieder auf.




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