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  • Charlotte & Frederik von "Charlie 'n Rik"

Das touristische Thailand


Overland-Reiseblog-Thailand
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Thailands Bestimmungen für die Einreise mit ausländischen Fahrzeugen sind seit über einem Jahr schwieriger geworden. Offiziell dürfen wir mit unserem Landy zwar einreisen (Zoll), ihn aber nicht auf der Straße bewegen (Straßenverkehrsamt). Wir haben schon seit der Abfahrt in München die Blog- und Facebook Einträge von anderen Reisenden verfolgt. Immer wieder scheinen sie mit ihren Fahrzeugen über kleinere Grenzen einzureisen und danach auch nicht weiter behelligt zu werden. Es ist kurz vor Weihnachten, als wir uns in Siem Reap wieder auf den Weg machen. Irgendwie belastet uns die Ungewissheit der Einreise immer mehr, je näher wir der thailändischen Grenze kommen. Nord-Westlich von Siem Reap liegt der kleine Grenzübergang O`Smach. Andere Reisende haben ihn uns empfohlen. Wir entscheiden uns kurzfristig dort unser Glück zu versuchen, auch wenn wir dadurch in Kambodscha vermutlich einiges verpassen.

Nach einem leckeren letzten Mittagessen, fahren wir die 160 Kilometer zur Grenze. Wir sehen keinerlei Barrieren auf Kambodschanischer Seite und fahren direkt bis ins Niemandsland. Dort stellen wir den Landy ab und laufen als erstes zur Thailändischen Seite hinüber. Wir erklären dem Grenzbeamten unser Anliegen und werden weiter zum Zoll geschickt. Der thailändische Zöllner wundert sich darüber, dass wir noch nicht aus Kambodscha aus- und in Thailand eingereist sind. Ansonsten scheint er keinerlei Probleme zu sehen. Wir laufen also wieder zurück, lassen unsere Pässe in Kambodscha ausstempeln und stellen uns dem "ungewissen" Prozess in Thailand. Da wir uns in Kunming Visa besorgt haben, die uns 60 Tage Aufenthalt erlauben, ist die Einreise schnell erledigt. Der Zoll nimmt noch einige Zeit in Anspruch und die Dokumente werden an zwei verschiedenen Fenstern ausgestellt. Bereits nach ca. einer Stunde haben wir es geschafft - niemand ist hier der uns aufhalten würde... Wir können es kaum glauben. Alle vorherigen Sorgen um die Einreise wirken plötzlich so lächerlich. Wir haben noch gar keinen richtigen Plan was wir eigentlich machen wollen. Heiligabend ist allerdings nur noch zwei Tage entfernt und wir möchten die Feiertage irgendwo am Meer verbringen. Wir entschließen uns, nach Koh Chang zu fahren. Auf dem Weg dorthin organisieren wir uns mal wieder die obligatorische SIM Karte und buchen uns ein schönes Hotel für die Weihnachtstage. Durch Zufall finden wir einen schönen Camp Spot abseits der Landstraße und genießen unsere erste Nacht in Thailand. Wir erreichen Koh Chang rechtzeitig am 23. Dezember und verbringen traumhaft ruhige Weihnachtstage am Strand. Dann werden wir aber auch schon wieder unruhig. Bangkok liegt auf dem Weg und die Übernachtungspreise zu Silvester steigen in schwindelerregende Höhen. Wir entschließen uns den Zwischenstopp in der Hauptstadt zwischen Weihnachten und den Jahreswechsel zu quetschen. In der Innenstadt finden wir ein Hotel, wo der Landy zwar nicht in das Parkhaus passt, aber bewacht auf den Parkplätzen vor dem Hotel stehen darf. Beruhigt schlendern wir zwei Tage durch die Stadt und genießen, neben ein bisschen Touri-Programm, das gute Angebot an Restaurants und Geschäften.



Weiter geht's! Wir möchten Silvester nicht in der Millionenstadt Bangkok verbringen und so langsam läuft uns die Zeit davon. Da wir Beide Thailand kennen, Malaysia aber Neuland sein wird, möchten wir uns dafür noch Zeit aufheben und machen uns auf den Weg in den Süden. Wir haben noch eine Nacht bis zum Jahreswechsel und finden einen traumhaften Stellplatz an einem einsamen Strand. Das erste Mal seit langem kommt wieder das schöne Gefühl auf, weit weg von allem Trubel zu sein. Wir kochen ein gutes Abendessen und genießen es auf unseren Logenplätzen mit Meerblick.

Silvester wollen wir aber nicht vollkommen einsam am Strand verbringen und machen uns auf den Weg nach Krabi. Ein Stückchen außerhalb der Touristenhochburg finden wir ein schönes Restaurant mit Parkplatz direkt am Strand. Es ist abseits genug, um dem großen Lärm zu entkommen, lässt aber doch die schöne Stimmung um den Jahreswechsel aufkommen. Wir genießen den Abend am Strand, lassen die unzähligen Erlebnisse des auslaufenden Jahres Revue passieren und rutschen entspannt ins neue Jahr.

Willkommen in 2018, auf nach Malaysia! Wir nutzen die Ruhe an Neujahr und schauen uns den Mangrovenwald im Tha Pom Klong Song Nam Nationalpark an. Wir wundern uns noch, dass trotz Hochsaison fast alle Restaurants geschlossen sind und verlassen die Region Mittags wieder einmal nach Süden. Auf dem Weg zur Grenze soll - laut den Beschreibungen anderer Reisender - der schönste Stellplatz Thailands direkt am Strand liegen. Wir finden den beschriebenen Platz, er ist aber alles andere als schön: viel zu nah an der Straße, verschmutzt und von vielen Einheimischen bevölkert. Wir sind wohl zur falschen Zeit hier. In der Nähe entdecken einen Nationalpark und werden vom Wächter ohne Eintritt zu zahlen durchgewunken. Ein einsamer Strand wartet auf uns und wir schaffen es sogar endlich unsere Hochzeitsbilder zu schießen. Wieder einmal müssen wir das auf den letzten Drücker erledigen. Irgendwie warten wir immer auf eine noch bessere Location, was vielleicht manchmal dazu führt, dass wir die schönste Location verpassen. Einen Nachteil hat unser traumhafter Stellplatz dann aber doch: er wird von tausenden Ameisen bevölkert und diese finden über Nacht natürlich einen Weg in den Landy. Wir beeilen uns, versuchen einen Teil der Tierchen zu vertreiben und verlassen den Stellplatz in Richtung Grenze.

Vielleicht noch ein kleiner Rückblick, wieso wir Thailand gefühlt im Galopp bereist haben. Leider konnten wir das Land nicht wirklich genießen. Die Bevölkerungsdichte ist für unser Gefühl viel zu hoch und es ist zu touristisch, um es entspannt mit dem Camper zu bereisen. Das ist aber vermutlich auch unserer persönlichen Vorliebe für Stellplätze "in the middle of nowhere" geschuldet. Wir haben die Monate in Zentralasien so sehr genossen, dass uns der thailändische Trubel nicht wirklich gefällt. Das liegt vielleicht auch an der Hochsaison. Die Tourismus-Maschinerie läuft auf Hochtouren und bietet sicherlich auch vielmals den Komfort, den man im Urlaub sucht. Es war aber einfach nicht das, was wir gesucht haben.



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