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  • Charlotte & Frederik von "Charlie 'n Rik"

Chinesische Mauer & Peking


Overland-Reiseblog-Chinesische-Mauer
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Es ist soweit, wir treffen uns am letzten Abend in der Mongolei mit den anderen Familien unserer China Gruppe im Grenzort Zamiin-Uud. Ein erstes Camp zusammen und vermutlich vorerst das letzte wilde Camp -vom Land der grenzenlosen Stellplätze in eines der reguliertesten der Welt. Wir freuen uns trotzdem. Gefühlsmäßig geht es endlich so wirklich nach Asien. Am nächsten Morgen fahren wir gemeinsam zur Grenze. Die Mongolei verabschiedet uns noch einmal mit dem typischen Chaos an dem Grenzposten. Die Einheimischen fahren ihre verbeulten, russischen Jeeps Stoßstange gegen Stoßstange. Jeder versucht vorzudrängeln und jeder Zentimeter wird ausgenutzt. Wir werden von den Grenzbeamten auf die Bus-Spur geschickt und entkommen dem Kampf. Auf der chinesischen Seite dann schon ein ganz anderes Bild: die Beamten weisen die weiterhin zankenden Mongolen lautstark darauf hin, bitte hinter der Linie in Reih und Glied zu warten. Welcome to China!

Wir passieren die Passkontrolle bereits mit unserem Guide Jens, der uns im Terminal in Empfang nimmt. Dabei amüsieren wir uns über das Spektakel, wenn Mongolen auf Chinesen treffen. Die Fahrzeuge müssen über Nacht an der Grenze bleiben, da auf Jens noch Papierkrieg wartet. Er bringt uns nach Erenhot in ein Hotel und wir genießen unser erstes chinesisches Essen. Am nächsten Mittag hat Jens endlich alle Papiere zusammen und wir holen die Fahrzeuge aus dem Grenzterminal ab. Es gibt glücklicherweise keine technische Kontrolle der Fahrzeuge, über die Horrorgeschichten im Netz kursieren. Mit Wohlwollen könnte man die Bremsen eines Defender als mäßig bezeichnen - entsprechend froh sind wir, keine Kontrolle zu haben. Es geht noch schnell zur lokalen Polizeistation, wo wir unsere chinesischen Führerscheine und Nummernschilder erhalten. Endlich sind wir frei - naja, zumindest so frei wie wir in diesem Land frei sein können. Wir fahren die ersten 100 Kilometer und bekommen ein erstes Gefühl für den Straßenverkehr. Fahrräder, Motorroller und Autos kommen teilweise einfach auf oder über die Straße gefahren. Es wird erwartet bzw. gehofft, dass der andere schon Rücksicht nimmt. Es ist den ganzen Abend kalt und regnerisch. Wir nutzen das Angebot und übernachten im günstigen Hotel, auf dessen Parkplatz wir über Nacht stehen. Am nächsten Morgen erreichen wir den ersten Highway. Die mautpflichtigen Strecken sind sehr teuer, aber in hervorragendem Zustand. Wir möchten zur die chinesische Mauer im Norden von Peking und fahren fast 600 Kilometer. Die Mauer erreichen wir am Abend und parken direkt neben dem Eingang. Diese Chance nutzen wir für unsere Hochzeitsfotos und fahren gleich in der Früh mit einer der ersten Gondeln hoch zur Mauer. Wir sind fast alleine, können in Ruhe unsere Bilder schießen und die tolle Stimmung hier oben genießen. Peking liegt im Hintergrund unter seiner Dunstglocke. Als wir gegen 10 Uhr fertig sind, bevölkern inzwischen hunderte Touristen den Abschnitt der Mauer. Ein Besuch am frühen Morgen lohnt sich also, nicht nur wegen der guten Lichtverhältnisse.



Als nächstes steht Peking auf dem Programm. Jens empfiehlt einen Parkplatz am Stadtrand, aber mit guter Anbindung an die Metro. Die nutzen wir natürlich sofort und fahren in die Innenstadt. Wir lassen uns zuerst durch die Straßen Hutongs treiben. Charlottes Onkel hat uns ein gutes Restaurant für die bekannte Peking-Ente empfohlen, das wir anschließend natürlich testen. Die Ente im "Dadong" ist hervorragend und übertrifft unsere Erwartungen. Mit vollen Mägen schlendern wir noch ein Stückchen an der verbotenen Stadt vorbei.

Den nächsten Tag verbringen wir damit, die verbotene Stadt und den Lama Tempel zu besichtigen. Leider sind in der verbotenen Stadt so viele lokale Touristen unterwegs, dass man sich überall durchkämpfen muss und uns die Lust vergeht. Da gefällt uns die ruhige Stimmung im Lama Tempel schon viel besser. Zum Abendessen fahren wir ins Viertel "Quianmen 23" und gehen ins "Lost Heaven". Das aus Shanghai bekannte Restaurant bietet in schönem Ambiente eine umfangreiche Speisekarte mit sehr leckeren Gerichten aus Burma, Yunan und Tibet.

Da die neueste Ausgabe des Lonely Planet für China gerade erst erschienen ist, lohnt es sich noch seinen Empfehlungen zu folgen. So lassen wir den Tag in einer der kleinen Craft-Beer Bars in Hutong mit leckerem Bier ausklingen und werden sogar von verwunderten Einheimischen gefragt, wie wir hierher gefunden haben.




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